Menschen mit AMD

Die Diagnose "altersbedingte Makuladegeneration" wirft oft eine Vielzahl von Fragen auf

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Erkrankung.

Sie finden hier Informationen zum Aufbau des Auges, dem Krankheitsbild und den Therapiemöglichkeiten.


Was ist die AMD?

Die AMD ist in Industrienationen die häufigste Ursache für den Verlust der zentralen Sehschärfe bei Personen über 50 Jahren. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Alter zu. So sind in der Altersgruppe von 65 bis 74 Jahren im Durchschnitt 15 % von der AMD betroffen, bei den 75- bis 84-Jährigen sind es bereits 30 %. Dabei können beide Augen parallel erkranken.

altersverteilung_der_amd

Ursache der AMD ist höchstwahrscheinlich eine Schädigung der Schicht unterhalb der Netzhaut durch Stoffwechselprodukte, die sich hier mit zunehmendem Alter ablagern.

Wichtige Warnsignale vor einer beginnenden AMD können verlängerte Reaktionszeiten der Augen auf einen Wechsel von Hell zu Dunkel sein. Eventuell ist Lesen nur noch bei sehr guter Beleuchtung problemlos möglich. Das verzerrte Sehen, bei dem gerade Linien wellenförmig erscheinen oder sich graue Schatten in der Mitte des Blickfeldes zeigen, ist ein weiteres Indiz.

peripheres_blickfeld

Im Endstadium können Patienten sich zwar noch über das äußere Gesichtsfeld in ihrer Umgebung orientieren, Autofahren, Lesen oder das Erkennen von Gesichtern ist dann jedoch nicht mehr möglich.

Die AMD ist eine chronische Erkrankung, die je nach Erscheinungsform unterschiedlich schnell fortschreitet. Man unterscheidet zwischen der trockenen und der feuchten Form der AMD.

Die trockene AMD

Unter die trockene Form der AMD fallen rund 80 % der erkrankten Augen. Hierbei lagern sich Stoffwechselprodukte in der Netzhaut ab. Dadurch sterben über einen längeren Zeitraum hinweg die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut ab. Diese Variante der AMD schreitet langsam fort, erfolgreiche Therapien sind derzeit nicht bekannt.
Aus der trockenen AMD kann sich die feuchte Form entwickeln.

Die feuchte AMD

Bei der feuchten Form der AMD (bei ca. 20 % der erkrankten Augen) wachsen im Bereich der Macula lutea krankhafte, neue Gefäße. Diese sind so undicht, dass Blutbestandteile und Flüssigkeit austreten. Mitauslöser für dieses Gefäßwachstum ist ein Wachstumsfaktor, der VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Es kommt innerhalb sehr kurzer Zeit zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurden in diesem Fall der AMD einige neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt, die den Verfall der Sehkraft aufhalten, bzw. sogar in manchen Fällen teilweise rückgängig machen können.

Bei beiden Formen sind die Auslöser der Erkrankung bis heute nicht bekannt. Risikofaktoren sind

  • fortgeschrittenes Alter,
  • Rauchen,
  • starke UV-Licht-Belastung und
  • unausgewogene Ernährung.
Wie funktioniert das Auge?

Das Auge kann grob unterteilt werden in den kugelförmigen Augapfel, der von drei Haut- oder Epithelschichten umhüllt wird, und den Glaskörper.

Augenaufbau
Zu den Hautschichten zählen:

  • die Lederhaut, die im vorderen Augenbereich durchsichtig ist (Hornhaut) und so den Lichteinfall ermöglicht,
  • die Aderhaut, die durch ihre gute Durchblutung die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Auges sichert, und
  • die Netzhaut, auf der sich die lichtempfindlichen Sehzellen in Form von Stäbchen und Zapfen befinden.

Der Glaskörper füllt das Innere des Auges aus.

Beim Sehen fällt Licht durch Hornhaut, Pupille und Linse hindurch in das Auginnere und trifft auf der Netzhaut auf die Sehzellen. Die Stäbchen und Zapfen wandeln den Lichtimpuls um in ein elektrisches Signal, das durch den Sehnerv in das Gehirn transportiert und hier weiterverarbeitet wird.

Dabei sind die Stabzellen für die Unterschiede zwischen Hell und Dunkel zuständig, die Zapfen ermöglichen farbiges und scharfes Sehen.

Auf der Netzhaut gibt es mit der Macula lutea (= dem gelben Fleck) eine Stelle, die ausschließlich mit Zapfen bestückt ist. Kommt es an diesem Ort des schärfsten Sehens zu Veränderungen, kann die Sehkraft stark eingeschränkt werden.

 

Wie kann ich vorbeugen?

Da die Ursache der AMD wahrscheinlich auch auf Stoffwechselprozessen beruht, ist eine ausreichende Versorgung des Auges mit Nährstoffen und Vitaminen ein Schwerpunkt der Vorbeugung. Ein durch schlechte oder unzureichende Nahrung gestörter Stoffwechsel leistet der AMD Vorschub.

Neben der generell vitaminreichen Ernährung sind vor allem die so genannten Antioxidantien (wie zum Beispiel Vitamin C, E und A) wichtig für den Schutz des Auges. Diese fangen freie Radikale, die unter anderem durch das Rauchen im Körper freigesetzt werden, ab und neutralisieren sie. Sie kommen vor allem in grünen Blattgemüsen vor.

Studien aus den USA haben gezeigt, dass sich die Kombination einiger hochdosierter Mineralstoffe und Vitamine positiv auf den Verlauf der AMD auswirken und den Übergang von einer mittelschweren trockenen zu einer fortgeschrittenen AMD verzögern kann. Zu diesen Stoffen zählen unter anderem Vitamin C und E, Beta-Carotin und Zink. Ihr Augenarzt berät Sie gerne, ob eine derartige Nahrungsergänzung in Ihrem Fall Erfolg versprechend ist.

Des Weiteren ist eine ausreichende Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin wichtig. Diese schützen die Netzhaut vor schädlichen UV-Strahlungen – ähnlich wie eine Sonnenbrille. Beide Stoffe finden sich in rohen oder schonend gegarten Gemüsen: Spinat, Grünkohl, Petersilie, Möhren, Tomaten, etc.

Wie stellt mein Arzt die AMD fest?

Gerade bei dieser sehr rasch fortschreitenden Form ist eine rechtzeitige Behandlung die einzige Möglichkeit, größeren Schäden vorzubeugen. Schon mit einfachen Hilfsmitteln – zum Beispiel dem Amsler Gitter lässt sich auch in der Selbstdiagnose schon erkennen, ob Veränderungen der Sehkraft vorliegen. Die Linien werden dann nur verschwommen, als Wellenformen oder unterbrochen von Lücken erkannt.

amslertestbilder

Eine sichere Diagnose stellt der untersuchende Augenarzt durch eine gezielte Untersuchung der Netzhaut mit Hilfe verschiedener Methoden.Diese können sein:

  • die Fluoreszenzangiographie: eine bildliche Darstellung der Blutgefäße im Auge durch einen Farbstoff.
  • Laser Scan: Querschnittsdarstellung der einzelnen Netzhautschichten

Anleitung Amslertest

Wie wird die AMD behandelt?

Feuchte Form:

Neben chirurgischen Eingriffen oder Laserbehandlungen sind heute vor allem die medikamentösen Therapien medizinischer Standard.

Der jüngste und erfolgreichste Therapieansatz ist die medikamentöse Behandlung der Erkrankung mit VEGF-Hemmern. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe, die ein krankhaftes Gefäßwachstum verhindern oder stoppen können. Derzeit gibt es drei verschiedene AMD-Medikamente: Bevacizumab (Avastin®), Ranibizumab (Lucentis®) und Aflibercept (Eylea®). Diese Arzneimittel werden alle direkt in den Glaskörper gespritzt (intravitreale Injektion). Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant und muss mehrmals im Jahr wiederholt werden. Studien haben ergeben, dass es bei der medikamentösen Behandlung nicht nur zur Verlangsamung des AMD-Verlaufes kommen kann, sondern in einigen Fällen sogar zu einer Verbesserung der Sehkraft.

Auch hier werden Monotherapien (mit nur einem der o.g. Arzneimittel) und Kombinationstherapien (verschiedene Kombinationen aus allen vorgenannten Therapieansätzen) durchgeführt. Es gibt heute noch keine gesicherten Erkenntnisse über die wirksamste Behandlungsform. Mittel der Wahl sind zur Zeit Lucentis® , Eylea® und Avastin®. Diese neuen Behandlungsansätze werden von der Pharmaindustrie weiterentwickelt. Innovative – evtl. besser wirksame VEGF-Hemmer – befinden sich derzeit im Zulassungsverfahren. Wir halten Sie darüber informiert.

Die chirurgischen Eingriffe werden zumeist als letzte Möglichkeit genutzt, da Sie mit erheblichen Risiken für den Patienten verbunden sind. Hier kann es u.a. zu Blutungen ins Auge, Verlust der zentralen Sehschärfe und der Erhöhung des Augeninnendruckes (Glaukomrisiko) kommen.

Dazu zählen

  • die Membranextraktion, bei der die neugebildeten Gefäße operativ entfernt werden,
  • die Netzhautrotation, bei der durch die Drehung der Netzhaut die Stelle des schärfsten Sehens an einen anderen Ort, mit noch intakten Bereichen verlagert wird, und
  • die Pigmentepithel-Aderhaut-Translocation, bei der ein gesundes Stück Aderhaut vom Rande der Netzhaut unter die Macula lutea verpflanzt wird.

Laser-Koagulationen kommen für ca. 5 % aller Patienten mit feuchter Makuladegeneration in Frage. Hierbei werden die betroffenen Gebiete außerhalb der Macula lutea (gelber Fleck) gezielt mit einem Laser durch verödet. Die dabei entstehende Hitze zerstört dabei jedoch auch gesundes Gewebe und hinterlässt Narben, die sich als schwarze Flecken im Gesichtsfeld des Patienten bemerkbar machen. Das Rückfallrisiko bei dieser Behandlungsart ist hoch.

Trockene Form:

Zur Behandlung der trockenen AMD gibt es derzeit noch keine ausreichend gesicherten Erkenntnisse. Man weiß aber, dass die Vermeidung der Risikofaktoren und gezielte Nahrungsergänzung den Krankheitsverlauf verlangsamen. Klinische Untersuchungen werden momentan für das Behandlungsverfahren der Rheopherese ® durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Blutreinigung, ähnlich der Dialyse, die Stoffwechselschadstoffe filtern soll und so die Ablagerungen im Auge reduziert. Langzeitergebnisse stehen hier noch aus.

Eine Ausheilung beider AMD Formen ist derzeit leider noch nicht möglich.

Fachbegriffe

Degeneration = Abbau, Rückbildung

Macula (lutea) = der gelbe Fleck
Die Macula lutea liegt im Zentrum des Sehbereiches. Die Fovea centralis im Mittelpunkt der Macula lutea bildet den Ort des schärfsten Sehens. Hier befinden sich nur Zapfen. Eine – gelbe – Pigmentierung gibt der Macula lutea ihren Namen und fungiert als Schutz vor UV-Strahlen.

VEGF= vascular endothelial growth factor
Der vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor ist im Körper für die Bildung neuer Gefäße zuständig. Bei einem Überangebot kann es zu unkontrolliertem Wachstum kommen, zum Beispiel im Bereich der Netzhaut. Dies kann zu einer feuchten AMD führen.

BA.Unternehmensgruppe

Jobs & Karriere

Haben Sie Fragen?



Copyright © 2017 BA.Unternehmensgruppe | Impressum | Datenschutz | AGB