In der Chemotherapie gilt es, auf sich und seinen Körper besonderes Augenmerk zu legen. Ernährung und Hautpflege sind wichtige Punkte, auf die Sie achten sollten.

Mehr zum Thema Ernährung finden Sie auf der Seite „Menschen mit Mangelernährung“.

Damit möchten wir Ihnen einen ersten Überblick über die Erkrankung und deren Behandlung geben. Diese Seiten können aber kein Ersatz für das ärztliche Beratungsgespräch in Bezug auf Diagnose, Symptomatik und Behandlung sein. Die Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Nervensystems, die auch heute noch viele Fragen offen lässt und sich in Verlauf und Beschwerdebild bei jedem Patienten anders äußert. Allgemeine Aussagen sind daher nur in begrenztem Maße möglich und gültig.

Aufbau der Haut

Die Haut ist das funktionellste und größte Organ des Menschen. Sie dient der Abgrenzung, dem Schutz vor Umwelteinflüssen, de Repräsentation, Kommunikation und Wahrung des inneren Gleichgewichts

Außerdem übernimmt die Haut wichtige Stoffwechselfunktionen, Funktionen im Bereich der Immunologie und verfügt über vielfältige Anpassungsmechanismen.

Die äußere Haut gliedert sich in der Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut) und Subcutis (Unterhaut)

Sie schützt unter anderem vor Wärmeverlust und äußeren Einflüssen und dient als Sinnesorgan. Eines der wichtigsten Funktionen der Haut ist der Schutz vor dem Eindringen der Krankheitserreger, vor mechanischen Verletzungen oder Strahlenschäden.

Die Haut, das größte Organ des Menschen, durchläuft eine ständige Erneuerung. Vor allem die obersten Hautzellen, die Epidermiszellen, gehören wie Tumorzellen zu den schnell teilenden Zellen und sind daher von Chemo- und Strahlentherapien stark mit betroffen. Die Haut kann auf die Therapien mit Rötungen, Ausschlag, Brennen und Juckreiz reagieren. Auch die Infektionsgefahr ist erhöht. Sollten sich bei Ihnen diese Symptome zeigen, setzen Sie Ihren Arzt umgehend in Kenntnis

Wie können Sie selber zu einer gepflegten Haut beitragen? Da die Haut während der Therapie sehr empfindlich und trocken sein kann, empfiehlt es sich diese mit rückfettenden/ harnstoffhaltigen Salben oder Lotionen zu pflegen, die der Haut wieder wichtige Pflegestoffe zuführt.

Pflegetipps:

  • Nur lauwarmes Wasser und seifenfreie, milde Waschlotionen verwenden
  • Die Haut nicht durch heiße Bäder oder alkoholhaltige Lotionen zusätzlich austrocknen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden und ausreichenden Lichtschutz verwenden
  • Akneähnliche Hautausschläge bitte direkt vom Arzt behandeln lassen
  • Zur Linderung der Hautprobleme während der Chemotherapie die Behandlung mit dem Arzt absprechen
  • Tragen Sie lockere und nicht scheuernde Kleidung
  • Verwenden Sie vor der nächsten Bestrahlung keine Pflegeprodukte

Haut und Sonne

Eine wichtige Funktion der Haut ist die Schutzfunktion vor UV-Strahlung und den schädlichen Wirkungen auf der Haut und der darunterliegenden Schichten. Leider ist der unbekleidet Mensch im Gegensatz zu anderen Säugetieren weitgehend ungeschützt. Die Hornschicht absorbiert und reflektiert etwas 10% der UVB- und die Hälfte der UVA-Strahlung. Der menschliche Körper deckt mittels ultravioletten Strahlen einen Teil seines Bedarfs an Vitamin D selbst.  Eine Reaktion auf die erhöhte UV-Belastung ist zunächst die Verdickung der Hornschicht („Lichtschwiele“).Der Schutz der Haut durch Pigmentierung beruht auf der physikalischen Absorption von UV-Strahlen durch Pigmente.

Die Bräunung der Haut entsteht hauptsächlich durch UVB-Strahlung. Dabei wird von Oberhautzellen Melanin gebildet, das die Haut vor Schäden schützt. Das Melanin bildet zusammen mit der ebenfalls UV-indizierten Hornhautverdickung den Eigenschutz der Haut

Sonneneinstrahlung ist mit gewissen Risiken verbunden. Als akute  Folge kann Sonnenbrand mit Hautrötungen, Blasenbildung und Verbrennungsschmerz entstehen. Auch chronische Wirkungen können auftreten und äußern sich in lichtbedingte Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Um Sonnenbrand und evtl. Spätschäden zu verhindern, empfehlen sich Maßnahmen, wie Vermeidung der direkten Sonne insbesondere in den Mittagsstunden, Aufsuche von Schatten, angemessene Kleidung und Kopfbedeckung und das Auftragen von Sonnenschutzmitteln.

Unterschiedliche Hauttypen reagieren unterschiedlich schnell, so dass die Eigenschutzzeit der Haut unterschiedlich lange ist. (genaue Angaben siehe Tabelle)

hauttyp

Die deutsche Krebshilfe empfiehlt einen gesundheitsbewussten Umgang mit der Sonne, um das Hautkrebsrisiko zu reduzieren. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 20700 Menschen neu an weißem Hautkrebs.

UV-Strahlung ist nach Expertenmeinung der größte Risikofaktor für Tumorleiden. Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Daher ist ein umfassender Sonnenschutz wichtig

UV-Strahlung ist nach Expertenmeinung der größte Risikofaktor für Tumorleiden. Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Daher ist ein umfassender Sonnenschutz wichtig

Auch auf Sonnenschutz achten, da durch einige Medikamente die Haut photosensibilisiert wird und schnell auf die Sonneneinstrahlung reagiert.

Hand-Fuß-Syndrom

Eine spezielle Hautreaktion, die durch eine Reihe von Chemotherapeutika ausgelöst werden kann, ist das sogenannte Hand-Fuß-Syndrom (palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)). Diese Hautreaktion tritt bevorzugt an den Handflächen und Fußsohlen auf und äußert sich durch Rötungen oder Empfindlichkeiten der Haut an den betroffenen Stellen. Es können aber auch andere Körperregionen betroffen sein, wo Druck auf die Haut ausgeübt wird oder Stellen, an denen man schwitzt, wie die Leisten oder Achselhöhlen.

Häufig handelt es sich um kleine Risse in der Haut, Schwellungen und Schälen der Haut. Ebenso kann ein Brennen oder ein Juckreiz ein Anzeichen für das Hand-Fuß-Syndrom sein. Meist zeigen sich diese Symptome erst nach mehreren Therapiezyklen.

Sollten die geschilderten Symptome bei Ihnen auftreten, informieren Sie bitte umgehend ihren behandelnden Arzt oder Pflegekraft.

Tipps zum Hand-Fuß-Syndrom:

  • Schwitzen, Druck und Reibung auf der Haut fördern das Auftreten der Hautreaktion und sollten deshalb vermieden werden
  • Vor Beginn der Behandlung bestehende Hornhaut vorsichtig entfernen, am besten wenden Sie sich an einen medizinischen Fußpfleger oder Podologen
  • Tragen Sie lose und bequeme Kleidung und kontrollieren Sie täglich sorgfältig ihre Haut
  • Vermeiden Sie Druck und Reibung auf der haut durch enge Schuhe, Handschuhe und Kleidung
  • Lassen Sie sich die Füße und Hände von einer vertrauten Person vorsichtig massieren
  • Vermeiden Sie Hitze durch direkte Sonneneinstrahlung, starkem Sport, sehr heiße Bäder oder Duschen, heißes Spül- oder Putzwasser
  • Schweiß sollte mehrmals täglich mit lauwarmen Wasser abgewaschen werden
  • Reiben Sie Ihre haut nach dem Duschen nicht trocken, sondern tupfen oder fächeln Sie sie trocken
  • Setzen Sie ihre Haut an Händen und Füßen nicht über längere zeit mechanische Belastungen aus
  • Während der Verabreichung der Chemotherapie die Hände und Füße ggf. auf Kühlpackungen lagern

Produkttipps:

  • Handcreme
  • Desinfizierende Bäder
  • Vitamin B6
  • Gele mit Dimethylsulfoxid (DMSO)
  • Aloe-haltige Gele oder Cremes
  • Cortisonsalben

Nägel

Finger- und Fußnägel sind eine gewölbte, durchscheinende Keratinplatte auf der Oberseite der Finger- oder Zehenspitze, die dem Schutz der Fingerkuppen und der Unterstützung der Greiffunktion dient.

Nägel sind  Abkömmlinge der Epidermis. Sie liegen dem Nagelbett auf und sind damit ausreichend fest verbunden, um als Kratz- Ritz-, und Zupfwerkzeug eingesetzt werden zu können.

Finger- und Zehennägel können von einer Reihe von Krankheiten geschädigt werden. Ein sehr häufig geschildertes Problem betrifft die zu weichen und brüchigen Nägel. Dies kann ein Anzeichen für einen Mangel an Biotin sein, da Biotin essentiell für die Bildung  von Keratin ist und zum gesunden Wachstum von Haut, Haaren und Fingernägeln beiträgt.

Regelmäßiges Säubern, Schneiden und Feilen der Fingernägel mit geeignetem Werkzeug beugt Erkrankungen vor. Jedoch sollte man beim Feilen der Nägel darauf achten, dass man immer in eine Richtung feilt, um ein Ausfransen des Nagels zu verhindern

Chemotherapeutika können zu Veränderungen an Finger- und Fußnägel führen. Diese Veränderungen zeigen sich häufig in Form von Querrillen oder weißen Querstreifen und anderen Verfärbungen. Die Nägel können später auch weich und brüchig werden. In seltenen Fällen kann es sogar vorkommen, dass sich Finger- und/oder Fußnägel ablösen und verkrümmen. Die meisten Veränderungen an den Nägeln sind vorrübergehend und heilen nach Ende der Therapie üblicherweise innerhalb weniger Monate ab.

Tipps für die Nägel.

  • Nägel kurz schneiden und darauf achten, dass die Nägel nicht abbrechen oder einreißen
  • Die Nagelhaut nur ganz vorsichtig zurückschieben , nicht schneiden
  • Trockene Nägel können mit Nagellack lackiert oder mit lichthärtendem Gel gestärkt werden. Dazu kann ein nagelfarbender, harnstoffhaltiger Nagellack zur Pflege strapazierter Nägel verwendet werden, der die Nägel mit der nötigen Feuchtigkeit versorg t und täglich aufgetragen werden sollte. Zum Vorbeugen von Nagelveränderungen sollten die Nägel dann mit einem dunklem Nagellack lackiert werden, der gleichzeitig auch als Lichtschutz fungiert
  • Während der Chemotherapie sollten keine künstlichen Nägel getragen werden.
  • Tragen Sie bei der Hausarbeit Handschuhe und schützen sie Ihre Nägel vor mechanischer Belastung