Ist eine Dialysetherapie erforderlich, sind vielerlei Ernährungsumstellungen notwendig. Es ist sehr wichtig, diese so gut wie möglich umzusetzen, da für Dialysepatienten ein optimaler Ernährungszustand bedeutend für den Verlauf der Erkrankung und die Lebensqualität ist.

Gesunde Nieren arbeiten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Die Hämodialyse wird 3-mal wöchentlich für 4-5 Stunden durchgeführt. Daher ist es wichtig durch eine angepasste Ernährung die Dialysebehandlung zu optimieren:

  • Essen Sie möglichst eiweißreich.
  • Achten Sie auf die Kalium- und Phosphataufnahme.
  • Beachten Sie die Trinkmenge, wenn Ihr Arzt Ihnen ein Limit genannt hat.

Damit möchten wir Ihnen einen ersten Überblick über die Erkrankung und deren Behandlung geben. Diese Seiten können aber kein Ersatz für das ärztliche Beratungsgespräch in Bezug auf Diagnose, Symptomatik und Behandlung sein. Die Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Nervensystems, die auch heute noch viele Fragen offen lässt und sich in Verlauf und Beschwerdebild bei jedem Patienten anders äußert. Allgemeine Aussagen sind daher nur in begrenztem Maße möglich und gültig.

Energiezufuhr

Damit der Körper keine körpereigenen Eiweißreserven abbaut, ist eine ausreichende Energiezufuhr über die Nahrung sehr wichtig. Wenn möglich sollten mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Es empfiehlt sich zusätzlich Zwischenmahlzeiten einzunehmen und evtl. eine Spätmahlzeit.

Eiweißzufuhr

Dialysepatienten haben einen erhöhten Eiweißbedarf. Zusätzlich wird ein Teil des Eiweißes während der Dialyse aus dem Körper „herausgewaschen“ und steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung. Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist also sehr wichtig. Die Fähigkeit des Körpers Nahrungseiweiß für den Körperaufbau (Muskelaufbau) nutzen zu können, hängt von der biologischen Wertigkeit des Eiweißes ab. Diese ist besonders erhöht, wenn pflanzliches und tierisches Eiweiß kombiniert wird. Günstige Kombinationen sind z.B.:

  • Kartoffeln und Ei
  • Getreide und Ei
  • Getreide und Milchprodukte
  • Kartoffeln (entwässert )und Fleisch/Fisch

Phosphat

Sie sollten stets auf den Phosphatgehalt der Lebensmittel achten. Eine zu hohe Phosphatzufuhr kann die Knochen spröde machen und Knochenbrüche begünstigen sowie zu Kalkablagerungen im Körper führen. Phosphatarme Lebensmittel (Auswahl):

  • Hühnerbrust, Rindfleisch, Schweinefleisch, Kalbfleisch
  • Weißbrot
  • Corned Beef
  • Heilbutt, Kabeljau
  • Limburger, Harzer Käse, Brie

Tipps für eine phosphatarme Ernährung:

  • Anstelle von Backpulver „Weinstein-Backpulver“ oder Natron verwenden
  • Frische und unverarbeitete Produkte bevorzugen
  • Anstelle von Milch kann ein Wasser-Sahne-Gemisch verwendet werden (1/3 Sahne mit 2/3 Wasser verrühren)

Kalium

Die Nieren des Dialysepatienten können das überschüssige Kalium im Verlauf der Erkrankung immer weniger ausscheiden. Da ein zu hoher Kaliumgehalt im Körper zu bedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen kann, sollte bei der Ernährung auf eine reduzierte Kaliumzufuhr geachtet werde.

Flüssigkeit

Die Flüssigkeitszufuhr muss strikt reduziert werden. Für die tägliche Flüssigkeitszufuhr gilt die Faustregel: Rest-Urinmenge plus 1000 ml = empfohlene Flüssigkeitszufuhr

Tipps gegen den Durst:

  • Den Mund mit kaltem Wasser spülen.
  • Kleine, schmale Gläser benutzen.
  • Getränke kühlen.
  • Verzehr von Zitronen- oder Pfefferminzbonbons, gefrorenem Obst.
  • Kaugummi kauen.
  • Eiswürfel lutschen.
  • Medikamente zu den Mahlzeiten nehmen.
  • Bevorzugung von salzarmer Kost (siehe Informationsblatt „Natrium“).

Orale Supplemention

Wenn Sie als Dialysepatient unter Appetitlosigkeit oder Übelkeit leiden, kann es dazu führen, dass die Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist. Sollten Sie an Gewichtverlieren oder nicht regelmäßig ausreichend essen können, ist ein Gespräch mit Ihrem Arzt sehr wichtig. Für Dialysepatienten, die ihren Eiweiß- und/oder Kalorienbedarf mit der Nahrungsaufnahme nicht mehr decken könnten, gibt es weitere Therapiemöglichkeiten.

Trinknahrung

IDPE

Wenn mit dem Einsatz der Trinknahrung keine Verbesserung des Ernährungszustandes erreicht wird, kann Ihr Arzt die Einleitung einer sog. „Intradialytischen parenteralen Ernährung“ (kurz IDPE) empfehlen. Hierbei wird Ihnen während der Dialysebehandlung über das Dialysegerät eine Nährstofflösung verabreicht, die für Ihre spezielle Nährstoffsituation angefertigt wurde. Diese Therapie erfolgt meist zeitlich begrenzt bis Sie wieder in der Lage sind Ihren Nährstoffbedarf über die Nahrungsaufnahme zu decken.