Mehr als ein Pharmaunternehmen. Die Marke BA. steht für eine Vielzahl von Unternehmen: BA.Unternehmensgruppe, Pharmore & die selbständig geführte BergApotheke.
Karriere bei der BA.Mehr als ein Pharmaunternehmen. Die Marke BA. steht für eine Vielzahl von Unternehmen: BA.Unternehmensgruppe, Pharmore & die selbständig geführte BergApotheke.
Karriere bei der BA.
Die intradialytische parenterale Ernährung (IDPE) ist eine intravenöse Maßnahme für die Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen während der Dialyse-Behandlung. Sie dient der Behandlung krankheitsassoziierter Mangelernährung, insbesondere wenn orale oder enterale Ernährungsmaßnahmen unzureichend oder kontraindiziert sind. Durch die parallele Applikation während der Dialyse kann die anabole Stoffwechsellage unterstützt, katabolen Prozessen entgegengewirkt und der Ernährungsstatus nachhaltig verbessert werden.
Die Ursachen einer Mangelernährung bei Hämodialysepatienten sind multifaktoriell. Neben einer unzureichenden Energie- und Proteinaufnahme beeinflussen die metabolischen Folgen der Niereninsuffizienz, Komorbiditäten sowie die Nierenersatztherapie die Nährstoffbilanz. Eine Mangelernährung beziehungsweise ein Protein-Energy-Wasting ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität, einer eingeschränkten Lebensqualität sowie einer ungünstigeren Prognose assoziiert (Druml et al., 2015; Carrero et al., 2023).
W. Druml et al., S1-Leitlinie der DGEM in Zusammenarbeit mit der AKE, der GESKES und der DGfN, Enterale und Parenterale Ernährung von Patienten mit Niereninsuffizienz, akt. Ernährungsmedizin 2015; 40:21-37
Carrero et al., Intradialytic parenteral nutrition for patients on hemodialysis; when, how and to whom? Clin. Kidney Journal 2023; vol 16, no.15-18
Vorrangig trägt die IDPE dazu bei, bestehende Energie- und Nährstoffdefizite der Patienten zu behandeln. Hierdurch soll einer weiteren Verschlechterung des Ernährungsstatus entgegengewirkt bzw. eine bereits bestehende Mangelernährung effektiv therapiert werden. Eine Verbesserung des Ernährungsstatus geht häufig mit einer steigenden Lebensqualität und einem gesicherten Therapieerfolg einher.
Insbesondere die physische und psychische Leistungsfähigkeit sichert den Verbleib in der Häuslichkeit, Folgekomplikationen werden reduziert.
Pilotstudie: „Frühzeitige Überwachung des Ernährungsstatus bei CKD -Patient*innen unter Anwendung des G-NCP“, BA.Akademie GmbH gemeinsam mit dem Dialysezentrum Hamann & Partner 2020 – Submitted Manuscript)
Chronisch nierenkranke Patienten weisen ein besonders hohes Komplikationsrisiko auf. Verschiedene Faktoren, u.a. krankheitsbedingte Inappetenz, chronische Inflammation und Bewegungsmangel, führen zu einer Katabolie – insbesondere dem Abbau von Skelettmuskelmasse. Daher sind auch Sarkopenie und Frailty häufige Komplikationen, bei denen eine IDPE eingesetzt werden kann.
Bei mangelernährten Hämodialysepatienten, bei denen eine orale oder enterale Ernährung nicht ausreichend möglich ist, kann eine IDPE als ergänzende Maßnahme erwogen werden. In einer Beobachtungsstudie von Blondin et al., war die IDPE mit einer um 30 % geringeren Hospitalisierungsrate und einer um bis zu 40 % kürzeren Krankenhausverweildauer assoziiert. (Carrero et al., 2023; Blondin & Ryan, 1999).
Carrero JJ, Severs D, Aguilera D, et al., Intradialytic parenteral nutrition for patients on hemodialysis: when, how and to whom? Clinical Kidney Journal. 2023;16(1):5–18.
Blondin J, Ryan C. Intradialytic parenteral nutrition therapy: A 2-year study of 25 patients. American Journal of Kidney Diseases. 1999;33(1):198–202.
Trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten ist Mangelernährung bei Dialyse-Patienten weiterhin häufig verbreitet. Zu den Folgen einer Mangelernährung gehören erhöhte Morbidität, Mortalität und reduzierte Lebensqualität, woraus eine hohe gesundheitsökonomische Belastung resultiert. Die IDPE kann helfen, Therapiepausen zu verringern, wodurch eine bessere Kontinuität der Behandlung erzielt werden kann.
Bis zu 70 % aller chronisch nierenerkrankten Patienten sind von einem Risiko einer Mangelernährung betroffen. Aufgrund des demographischen Wandels werden die Fallzahlen weiter ansteigen. (Quelle: Kuhlmann und Fleig 2025).
Die Relevanz einer personalisierten Ernährungstherapie hat in den letzten Jahren insgesamt sowie insbesondere in der Nephrologie zugenommen. Aktuelle Studien (1,2) belegen, dass sich die Effekte einer Ernährungsintervention zwischen bestimmten Patientengruppen unterscheiden. Daher gewinnt eine personalisierte Ernährungstherapie, die individuelle Aspekte berücksichtigt, zunehmend an Bedeutung.
(1) Schuetz P, Fehr R, Baechli V, et al. Individualised nutritional support in medical inpatients at nutritional risk: a randomised clinical trial. Lancet. 2019;393(10188):2312-2321. doi:10.1016/S0140-6736(18)32776-4
(2) Bargetzi A, Emmenegger N, Wildisen S, et al. Admission kidney function is a strong predictor for the response to nutritional support in patients at nutritional risk. Clin Nutr. 2021;40(5):2762-2771. doi: 10.1016/j.clnu.2021.03.013
Individuell angepasste Nährstofflösungen – meist bestehend aus Aminosäuren, Glukose und Lipiden – werden während der Behandlung verabreicht.
Die BA.Unternehmensgruppe bietet in Zusammenarbeit mit der BA.Herstellung auf Patienten zugeschnittene Individuallösungen an. In diesen Fällen wird eine IDPE in Form eines patientenindividuellen „Compounding“ appliziert. Hierbei wird eine auf die individuellen Energie- und Nährstoffbedürfnisse des Patienten abgestimmte Ernährungslösung hergestellt. Die Herstellung erfolgt nach GMP-Standards in den Reinraumlaboren der BA.Herstellung, die eine Herstellungserlaubnis nach § 13 AMG hat.
Prinzipiell eignet sich die IDPE für alle Dialyse-Patienten, die eine manifeste oder drohende Mangelernährung aufweisen und deren Energie- und Nährstoffbedarf nicht durch eine orale oder enterale Ernährung adäquat gedeckt werden kann. Voraussetzung für eine IDPE ist die klinische Stabilität des Patienten. Absolute Kontraindikationen bestehen nicht, jedoch sollte auf eine ausreichende metabolische Belastbarkeit geachtet werden.
Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ein globales und kontinuierliches wachsendes Gesundheitsproblem dar. Ein großer Anteil der chronisch-nierenkranken Patient*innen weist einen besorgniserregenden Ernährungsstatus auf. Laut Literatur (Marsen et al., 2023) sind ca. 62 % mangelernährt.
Häufig findet sich PEW als Ursache der Mangelernährung, die mit fortgeschrittener chronischer Erkrankung zunimmt.
Das Krankheitsbild der PEW ist assoziiert mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität. Daher besteht mind. mit Beginn der Dialysepflicht – aber besser schon deutlich früher – ein klarer Handlungsbedarf. Ziel sollte es sein Mangelernährung (PEW) zu vermeiden, denn die Diagnose Mangelernährung hat einen starken Einfluss auf den weiteren Krankheits- und somit auch Therapieverlauf, der Rate an Hospitalisierungen und der Prognose der Patienten.
Die Applikation der Nährstofflösung während der Dialysebehandlung erfolgt über den venösen Schenkel des Dialysators. Es wird somit kein separater Zugang für die Infusion der Ernährungslösung benötigt.
Die PD findet in der Regel täglich zu Hause statt und wird durch den Patienten selbst ausgeführt. Wenn eine schwere Mangelernährung vorliegt und weder die Nahrung noch Aminosäuren haltige Dialyselösungen ausreichen wird eine reguläre parenterale Ernährung verordnet. Dafür ist jedoch ein eigener Venenzugang (z. B. ein PICC-Line-Katheter oder ein Port-System) notwendig. Die Infusion erfolgt dann unabhängig vom Dialysevorgang.
Zur Diagnosestellung nach den GLIM Kriterien ist ein Screening z. B. PGS-GA und ein Ernährungsassessment erforderlich.
Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie bei der Etablierung eines digitalen Screening- und Ernährungsprozesses durch unsere akademisierten Ernährungsfachkräfte (nach aktuellen neuen Leitlinien 2026).
Die Wirksamkeit einer IDPE konnte in den letzten Jahren durch neue Studien evidenzbasiert belegt werden. Daher sprechen aktuelle Leitlinien (3,4) mittlerweile klare Empfehlungen für den Einsatz einer IDPE in bestimmten Patientengruppen aus. Des Weiteren wurden in den letzten Jahren von Herstellern neue IDPE-spezifische Produkte entwickelt, welche die besonderen Bedürfnisse für diese Anwendung adressieren.
(3) Sabatino A, Fiaccadori E, Barazzoni R, et al. ESPEN practical guideline on clinical nutrition in hospitalized patients with acute or chronic kidney disease. Clin Nutr. 2024;43(9):2238-2254. doi: 10.1016/j.clnu.2024.08.002
(4) Ikizler TA, Burrowes JD, Byham-Gray LD, et al. KDOQI Clinical Practice Guideline for Nutrition in CKD: 2020 Update. Am J Kidney Dis. 2020;76(3 Suppl 1):S1-S107. doi: 10.1053/j.ajkd.2020.05.006
Unsere Ernährungsteams führen bei dem Risiko einer Mangelernährung eine leitlinienbasierte und prozessgeleitete Ernährungsberatung vor Ort durch. Diese beinhaltet:
Neben der ernährungstherapeutischen Betreuung der Patienten koordinieren wir:
Die Kosten für die Ernährungsberatung werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel teilweise oder sogar vollständig übernommen. Wenn Sie unsere Beratung in Anspruch nehmen möchten, koordinieren wir alle notwendigen Formalitäten. Ihr Arzt stellt dafür eine formlose ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung aus, welche bei Ihrer KK eingereicht wird. Wie viel Ihre Krankenkasse erstattet, kann in einem Vorgespräch geklärt werden. Das Vorgespräch ist für Sie unverbindlich und kostenlos.
Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen – unser Team hilft gerne weiter.