Mehr als ein Pharmaunternehmen. Die Marke BA. steht für eine Vielzahl von Unternehmen: BA.Unternehmensgruppe, Pharmore & die selbständig geführte BergApotheke.

Karriere bei der BA.

Intradialytische parenterale Ernährung

Die intradialytische parenterale Ernährung (IDPE) ist eine intravenöse Maßnahme für die Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen während der Hämodialyse-Behandlung. Sie dient der Behandlung krankheitsassoziierter Mangelernährung, insbesondere wenn orale oder enterale Ernährungsmaßnahmen unzureichend oder kontraindiziert sind. Durch die parallele Applikation während der Dialyse kann die anabole Stoffwechsellage unterstützt, katabolen Prozessen entgegengewirkt und der Ernährungsstatus nachhaltig verbessert werden.

Ziel der intradialytischen parenteralen Ernährung (IDPE): Mehr Lebensqualität durch einen besseren Ernährungsstatus

Vorrangig trägt die IDPE dazu bei, bestehende Energie- und Nährstoffdefizite der Patienten effizient zu behandeln. Hierdurch soll einer weiteren Verschlechterung des Ernährungsstatus entgegengewirkt bzw. eine bereits bestehende Mangelernährung effektiv therapiert werden. Eine Verbesserung des Ernährungsstatus geht häufig mit einer steigenden Lebensqualität und einem gesicherten Therapieerfolg einher.

Die IDPE kann dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhöhen, die Krankheitsprognose zu verbessern und Folgekomplikationen zu reduzieren.

Erhöhtes Risiko für Mangelernährung bei Hämodialyse-Patienten

Patienten mit Nierenversagen und Hämodialyse weisen ein besonders hohes Risiko für die Entwicklung einer krankheitsassoziierten Mangelernährung auf. Verschiedene Faktoren, u.a. krankheitsbedingte Inappetenz, chronische Inflammation und Bewegungsmangel, führen zu einer Katabolie. Daher sind auch Sarkopenie und Frailty häufige Komplikationen, bei denen eine IDPE eingesetzt werden kann.

Patientenrisiko und gesundheitsökonomische Belastung durch unzureichende Behandlung

Trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten ist Mangelernährung bei Hämodialyse-Patienten weiterhin häufig verbreitet. Zu den Folgen einer Mangelernährung gehören erhöhte Morbidität, Mortalität und reduzierte Lebensqualität, woraus eine hohe gesundheitsökonomische Belastung resultiert. Die IDPE kann helfen, Therapiepausen zu verringern, wodurch eine bessere Kontinuität der Behandlung erzielt werden kann.

Personalisierte Ernährungstherapie in der Nephrologie gewinnt an Bedeutung

Die Relevanz einer personalisierten Ernährungstherapie hat in den letzten Jahren insgesamt sowie insbesondere in der Nephrologie zugenommen. Aktuelle Studien (1,2) belegen, dass sich die Effekte einer Ernährungsintervention zwischen bestimmten Patientengruppen unterscheiden. Daher gewinnt eine personalisierte Ernährungstherapie, die auch individuelle Aspekte berücksichtigt, zunehmend an Bedeutung. Die IDPE trägt zu dieser Individualisierung bei, da sie eine zusätzliche Therapieoption darstellt, die an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann.

(1) Schuetz P, Fehr R, Baechli V, et al. Individualised nutritional support in medical inpatients at nutritional risk: a randomised clinical trial. Lancet. 2019;393(10188):2312-2321. doi:10.1016/S0140-6736(18)32776-4

(2) Bargetzi A, Emmenegger N, Wildisen S, et al. Admission kidney function is a strong predictor for the response to nutritional support in patients at nutritional risk. Clin Nutr. 2021;40(5):2762-2771. doi: 10.1016/j.clnu.2021.03.013

IDPE: Evidenzbasierte Empfehlungen und Produktinnovationen

Die Wirksamkeit einer IDPE konnte in den letzten Jahren durch neue Studien evidenzbasiert belegt werden. Daher sprechen aktuelle Leitlinien (3,4) mittlerweile klare Empfehlungen für den Einsatz einer IDPE in bestimmten Patientengruppen aus. Des Weiteren wurden in den letzten Jahren von Herstellern neue IDPE-spezifische Produkte entwickelt, welche die besonderen Bedürfnisse für diese Anwendung adressieren.

(3) Sabatino A, Fiaccadori E, Barazzoni R, et al. ESPEN practical guideline on clinical nutrition in hospitalized patients with acute or chronic kidney disease. Clin Nutr. 2024;43(9):2238-2254. doi: 10.1016/j.clnu.2024.08.002

(4) Ikizler TA, Burrowes JD, Byham-Gray LD, et al. KDOQI Clinical Practice Guideline for Nutrition in CKD: 2020 Update. Am J Kidney Dis. 2020;76(3 Suppl 1):S1-S107. doi: 10.1053/j.ajkd.2020.05.006

Eignung der intradialytischen parenteralen Ernährung für Hämodialyse-Patienten zur Behandlung einer Mangelernährung

Für die Durchführung einer IDPE sind nur wenige spezifische medizinische Voraussetzungen erforderlich. Voraussetzung für eine IDPE ist die klinische Stabilität des Patienten. Kontraindikationen bestehen nicht, jedoch sollte auf eine ausreichende metabolische Belastbarkeit geachtet werden. Unsere fachkundigen Patientenmanager stehen im engen Austausch mit der vom Patienten gewählten Lieferapotheke, um den Therapiestart und die kontinuierliche Fortführung der Therapie sicherzustellen. Vor der ersten Medikamentengabe prüfen diese die Kassette sorgfältig auf die Richtigkeit aller Angaben und bereiten die Pumpe durch Programmierung der im Therapieplan festgelegten Parameter und Füllung des Infusionsschlauches vor. Bei Portnadeln erfolgt der wöchentliche Wechsel unter streng hygienischen Bedingungen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Zur Entlastung der Patienten übernehmen die Patientenmanager bei Bedarf auch die Koordination der Hilfsmittelbeschaffung.

Effiziente Nährstoffzufuhr während der Dialyse durch Nutzung des bestehenden Zugangs

Während der Dialyse wird eine individuell angepasste Nährstofflösung – meist bestehend aus Aminosäuren, Glukose und Lipiden – verabreicht. Die Nutzung des bestehenden Zugangs erleichtert die Anwendung und ermöglicht eine sichere und effektive Energie- und Nährstoffzufuhr. Die Applikation der Nährstofflösung während der Dialysebehandlung erfolgt über den venösen Schenkel des Dialysators. Es wird somit kein separater Zugang für die Infusion der Ernährungslösung benötigt.

Allgemeiner Prozessablauf einer intradialytischen parenteralen Ernährung

Mit der Ausstellung einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung und der Zustimmung des Patienten darf eine Ernährungsfachkraft ein Ernährungsscreening und -assessment durchführen. Im Anamnese-Gespräch wird u.a. die Nährstoffdifferenz zwischen Energiebedarf und oraler Nahrungszufuhr ermittelt. Eine bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) komplettiert das Assessment. Anschließend wird die Beratungsdokumentation protokolliert und ein Regime für die IDPE berechnet. Der Regimevorschlag wird mit einer detaillierten Ernährungsdokumentation zum behandelnden Arzt gefaxt. Bei Bedarf muss eine Verordnung (Rezept) für die IDPE ausgestellt werden. Sollte eine individuelle Zusammensetzung der Ernährungslösung notwendig sein, ist vor Herstellungsbeginn ein vom Verordner unterzeichneter Therapieplan vorzulegen. Die Lieferung erfolgt wöchentlich und besteht i.d.R. aus drei Beuteln (bei drei Dialysetagen) und den benötigten Hilfsmitteln. Das Therapiemonitoring erfolgt regelmäßig und in Absprache mit dem Verordner.

Leitlinienbasierte Therapiebegleitung durch Ernährungsfachkräfte

Unsere Ernährungsteams führen eine leitlinienbasierte und prozessgeleitete Ernährungsberatung vor Ort durch. Diese beinhaltet:

  • ein Ernährungsscreening und -assessment
  • eine konsistente Beratungsdokumentation
  • eine individuelle Regimeberechnung (Empfehlung)
  • personalisierte Verlaufskontrollen in enger Zusammenarbeit mit dem Dialysepersonal

Individuelle Therapielösungen für Dialysepatienten mit der BA.

Mit über 20 Jahren Erfahrung als „i.v.-Therapie-Spezialist“ verfügen wir über ein breites Wissensspektrum in der ambulanten Patientenversorgung für Dialysezentren:

Die BA. Unternehmensgruppe bietet in Zusammenarbeit mit der BergApotheke auf Patienten zugeschnittene Individuallösungen an. In diesen Fällen wird eine IDPE in Form eines patientenindividuellen „Compounding“ appliziert. Hierbei wird eine auf die individuellen Energie- und Nährstoffbedürfnisse des Patienten abgestimmte Ernährungslösung hergestellt. Die Herstellung erfolgt nach GMP-Standards in den Reinraumlaboren der BA. Herstellung, die eine Herstellungserlaubnis nach §13 AMG hat. Die Auslieferung erfolgt mit eigenen Fahrern innerhalb weniger Stunden. Das Team der BA.Vertrieb stellt auf Anfrage ein spezialisiertes und erfahrenes akademisiertes Ernährungsteam sowie feste Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir spezifische Schulungen für Praxispersonal an.

FAQ

Machen 3x wöchentlich ein paar Kalorien wirklich einen Unterschied?

Ja, durch die parallele Gabe während der Dialyse kann die Aufnahme von Energie- und Nährstoffen signifikant und effizient gesteigert werden. Hierdurch kann dem Abbau von Körpersubstanz entgegengewirkt werden, insbesondere Eiweiß und Muskelmasse.

Kommen für die Ernährungsberatung Kosten auf den Patienten zu?

Die Kosten können je nach Beratung- und Therapieumfang variieren. Es können Teilkosten auf Anfrage bei einigen Krankenkassen übernommen werden.

Was ist mit Regressen/Wirtschaftlichkeitsüberprüfungen?

Aufgrund der ausführlichen und leitliniengerechten Dokumentation unserer Ernährungsfachkräfte, kann die Notwendigkeit der Therapie (insbesondere der IDPE) medizinisch begründet werden.

Sie möchten eine intradialytische parenterale Ernährung
verordnen oder sich beraten lassen?

Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen – unser Team hilft gerne weiter.